Auen-News
Naturschutzgroßprojekt Obere Ahr
Heute wurde im Rahmen der Auftaktveranstaltung zum Naturschutzgroßprojekt "Obere Ahr-Hocheifel" von Landesumweltministerin Margit Conrad und dem Vizepräsident des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Rudolf Ley, der Förderbescheid an den Landkreis Ahrweiler übergeben.
Ziele des auf zehn Jahre angelegten Projektes sind der Schutz und die naturnahe, eigendynamische Entwicklung des Gewässersystems der Oberen Ahr in Rheinland-Pfalz. Das 2930 ha große Kerngebiet ist durch eine herausragende Arten- und Biotopausstattung gekennzeichnet. Das Gewässersystem der Oberen Ahr beheimatet nahezu alle gewässertypischen heimischen Fischarten wie Äschen und Forellen. Noch fehlende Arten wie der vom Aussterben bedrohte Lachs oder die Meerforelle stehen vor der Wiedereinbürgerung und finden in der Ahr unvergleichlich gute Lebensräume zur Fortpflanzung. Um die Ahr für Fische und andere Gewässerorganismen wieder durchgängig zu gestalten, werden auf einer Länge von 70 km alle Querbauwerke entfernt.
Im Kerngebiet kommen weitere charakteristische Arten der naturnahen Gewässer und Auen wie Eisvogel, Wasseramsel und Schwarzstorch ebenso vor wie der bundesweit gefährdete Uhu und die stark gefährdeten Wildkatzen und Luchse.
Das mit einem Finanzvolumen von rund 9,6 Mio. Euro ausgestattete Projekt "Obere Ahr-Hocheifel" ist auf zehn Jahre angelegt und wird mit finanzieller Unterstützung des Bundes und des Landes umgesetzt. Es ergänzt die bisherigen Bemühungen des Bundes zum Schutz der Ahr in hervorragender Weise: das Kerngebiet grenzt unmittelbar an das gesamtstaatlich repräsentative Projekt "Ahr 2000" in Nordrhein-Westfalen, welches im Jahr 2005 erfolgreich abgeschlossen wurde.
"Das Projekt "Obere Ahr-Hocheifel" ist mit dem erst jüngst gestarteten Vorhaben "Mayener Grubenfeld" bereits das achte Projekt mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung, das seit Bestehen dieses Bundesprogramms in Rheinland-Pfalz gefördert wird", sagte Rudolf Ley.
Mit dem Förderprogramm "Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlicher Bedeutung" unterstützt der Bund seit nunmehr 28 Jahren die Bundesländer mit dem Ziel, großflächige, national bedeutsame und besonders wertvolle Lebensräume für bedrohte Tiere und Pflanzen langfristig zu sichern. Es handelt sich dabei um einen der größten Naturschutz-Fördertitel in Deutschland mit einem jährlichen Etat von derzeit 14 Millionen Euro. Insgesamt wurden seit 1979 mehr als 350 Millionen Euro Bundesmittel für die Sicherung und Entwicklung bundesweit bedeutsamer Landschaftsausschnitte bereitgestellt.
